Die Next Generation Gallery eine Falle?

Alle lieben die Next Generation Gallery, ich auch. Habe sie auch mehrfach im Einsatz und werde sie vermutlich auch weiterhin benutzen und dennoch: sie ist eine Falle. Warum? Die Antwort kann sehr kurz ausfallen: Weil sie nicht in WordPress integriert ist sondern nur ein Anhängsel. Über einen shortcode darf man sie im Text an den Artikel oder an die Seite anhängen. Eine Verbindung zur Standargallery gibt es faktisch nicht: man kann der Galerie ein Seiten-ID hinzufügen, aber kein Artikel-ID, man darf sie als Quelle benutzen für die Standardgallery und das wäre es. Dass dies möglich ist, kann man auch so verstehen, dass der Autor sich dieser Schwäche bewusst ist und sie ein wenig ausgleichen möchte. Diese lose Kopplung hat zur Folge, dass man faktisch nicht auf die Ressourcen, die in den Artikeln und Seiten enthalten sind, zurückgreifen kann und wenn eine Website ausschließlich auf die nggallery abhebt, man Features oder Plugins, die die Standardgalerie benötigen, nicht benutzen kann. Es führt kein Weg zurück. Wenn man nur wenige Artikel und Seiten in seiner Website hat, spielt das natürlich keine große Rolle, dann werden die Bilder halt neu hochgeladen und die nggallery parallel oder gar nicht benutzt.  Natürlich wenn man ein Bild oder seine Beschriftung ändern will, muss man dies (wenigstens) zweimal tun, aber wir beherrschen ja copy und paste und Dateninkonsistenzen sind uns ja fremd.

Damit bin ich beim eigentlichen Kern, dem Grundsatz aller Datenverarbeitung: lege ein Datum nur einmal ab. Und: wenn ein so feines und (meistens) gut durchdachtes System wie WordPress vorgibt, wie man Bilder abzulegen hat, dann erfinde nichts Neues sondern benutze es, ergänze es, verbessere es aber bleibe in dieser Welt. Ich gehe nun nicht davon aus, dass es Unwissenheit oder Besserwisserei oder böse Absicht war, die Alex Rabe dazu gebracht hat, diese hehren Prinzipien außer Acht zu lassen, denn es gibt dafür keinen sachlichen Grund, sondern dass die Galerie wohl als autonomes System vorlag und sie nur für WordPress soweit wie nötig angepasst wurde.

Nebenbei: Die Next Generation Gallery ist natürlich keine Einzelfall, eine Unzahl von Galerien-Plugins benutzen ihre eigene Bild- und Datenverwaltung. Die einzige Entschuldigung die man für diese Vorgehensweise finden kann, ist die etwas unglückliche Streuung der Bilder der Standardgalerie über die nicht recht einsichtigen Monats- und Jahresordner. Auch die Standardgalerie selber bietet Schlupflöcher, die zu einer inkonsisten Datenverwaltung führen können: die Möglichkeit durch den id-Parameter ‚[‚gallery id=1234 …‘]‘  (kann mir jemand sagen wie ich einen shortcode nur zitiere?)auf Gallerien anderer Seiten/Artikel Bezug zu nehmen führt dann automatisch dazu, dass beim Löschen der betreffenden Seite auch die Bilder in der Bezug nehmenden Seite nicht mehr erscheinen, obwohl das evtl. nicht gewollt ist.

Wenn man nun eine Website vorfindet mit hunderten von Bildern und tausenden von Artikeln, die völlig auf Next Generation abhebt, man aber zwingende Gründe hat zur Standardgalerie zurückzukehren, so hilft wohl keine Handarbeit mehr, man muss an die Datenbank ran und mit einer Reihe von SQL-Statements diesen Prozess durchführen. Da ich nicht ausschließen kann, dass auch andere vor diesem Problem stehen, werde ich in den nächsten Tagen dieses Programm hier voröffentlichen und erläutern. Wer daran interessiert ist, benachrichtige ich gerne, wenn es fertig ist, also kurze Mitteilung per Kommentar oder Mail.

5 thoughts on “Die Next Generation Gallery eine Falle?

  1. Pingback: Von der Next Generation Gallery zur Standardgallery — Internetdienste Berlin

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